Was war Windows?

Seit Anfang der 1980er Jahre ist das Microsoft Betriebssystem DOS der Standard auf fast allen PCs. Die einzige »Benutzeroberfläche« war früher ein schwarzer Bildschirm mit dem typischen Prompt:
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Von dort aus musste man die Programme per Tastatur starten. An Multitasking (gleichzeitiger Betrieb mehrerer Anwendungen) war noch nicht zu denken. Nachdem man ein Programm beendete, kam man wieder an diesen Prompt zurück und konnte das nächste Programm starten.
Ein Rückblick in die Geschichte
Einige Software-Hersteller begannen schon relativ früh, grafische Oberflächen für DOS zu entwickeln, um die Bedienung einfacher und übersichtlicher zu gestalten. Die bekanntesten waren GEOS, das auch schon auf dem C64 eingesetzt wurde und der GEM-Desktop, der einige Jahre serienmäßig mit den Schneider-PCs ausgeliefert wurde. Diese grafikorientierten Benutzerumgebungen mussten mit der geringen Auflösung damaliger Grafikkarten auskommen, die etwa einem heutigen PDA-Bildschirm entsprach. Zusätzlich zur Tastatur wurde erstmals eine Maus als Eingabegerät eingesetzt.

Der GEM-Desktop, einer der bekanntesten Windows-Vorläufer

Info
Die Maus war ursprünglich eine Erfindung von Apple und fand erst relativ spät Einzug in die PC-Welt. Der Apple Lisa, der heute als einer der größten Flops der Computergeschichte bekannt ist, setzte bereits 1983 Standards für Bedienung und Optik grafischer Oberflächen, die bis heute gelten, und das, obwohl das Gerät nur 1 MB Arbeitsspeicher und optional eine 10 MB-Festplatte hatte.

Die grafische Oberfläche des Apple Lisa

Windows 1.0
1983 begann Microsoft selbst, eine Oberfläche für DOS zu entwickeln, die schließlich 1985 unter dem Namen Windows auf den Markt kam. Das Programm wurde damals wenig beachtet, hatte es doch den einzigen Nutzen, DOS-Programme mit der Maus anstatt mit der Tastatur zu starten.
Erst als die ersten Windows-Programme auf den Markt kamen, begann es interessant zu werden. Die Zwischenablage und ein simpler Vorläufer des Multitaskings wurden eingeführt. Ein nicht genutztes Programm wurde angehalten, und ein anderes konnte gestartet werden. Über Bildschirmsymbole war eine Umschaltung zwischen diesen Programmen möglich.
Die erste Windows-Version verfügte auch über einen einfachen Dateimanager, der für alltägliche Verwaltungsarbeiten die Kommandozeile überflüssig machen sollte. Allerdings war dieser schon bei seinem Erscheinen überholt – der Norton Commander und PC-Tools boten unter DOS damals schon erheblich mehr Funktionalitäten.
Da Windows kaum verbreitet war, Microsoft aber die Notwendigkeit eines Dateimanagers im Betriebssystem erkannte, wurde DOS ab Version 4.0 im Jahr 1988 mit einem Dateimanager und einem Programmstarter ausgestattet. Die damalige DOS-Shell war die Parallelentwicklung einer grafischen Oberfläche, die jedoch zugunsten von Windows schnell wieder aufgegeben wurde.

Der Dateimanager in der ersten Windows-Version

Windows 2.0
1987 erschien Windows 2.0, eine Weiterentwicklung, die erstmals die Möglichkeit bot, Fenster in der Größe zu verändern, auf dem Bildschirm zu verschieben und sogar zu überlappen. Dabei war diese Technik absolut nichts Neues. Der Commodore Amiga und Apple hatten bereits deutlich fortschrittlichere Oberflächen.

Verschiebbare Fenster in Windows 2.xx

Windows war bei Microsoft nicht das Produkt, das die höchste Priorität in der Entwicklung genoss. Parallel wurden DOS und DOS-basierende Office-Programme weiterentwickelt. Fachleute gingen davon aus, Microsoft könnte Windows einstellen und würde stattdessen lieber eines der anderen grafischen Systeme wie zum Beispiel IBM OS/2 lizenzieren.

Info
Windows 2.03 war die letzte Version, die noch auf Computern ohne Festplatte nur von Disketten lief.

Parallel zur grafischen DOS-Oberfläche Windows 2.x wurde Windows 386 entwickelt, das die speziellen Protected Mode-Funktionen des Intel 386-Prozessors nutzte. Damit war der erste Schritt zu einem wirklichen Betriebssystem getan. Windows stülpte dem DOS nicht nur eine Oberfläche über, sondern erweiterte dies auch um Funktionen zur Prozess- und Speicherverwaltung.

Windows 2.1x
Windows wurde übersetzt und erschien außer in Englisch auch auf Deutsch, Französisch, Japanisch und anderen Sprachen.
Noch immer gab es kaum Software für Windows, sodass Microsoft Word für Windows und die Tabellenkalkulation Excel entwickelte, um das System populärer zu machen.

Windows 3.0
Mit Windows 3.0 gelang Microsoft der Durchbruch. Windows wurde immer erfolgreicher und weltweit bereits über 10 Millionen Mal verkauft.
Die grafische Oberfläche wurde deutlich verbessert, außerdem wurden der VGA-Standard und über spezielle Treiber sogar noch höher auflösende Grafikkarten unterstützt.
Der Programm-Manager wurde eingeführt, mit dem man Programme über Symbole starten konnte, das Ganze unabhängig von Dateinamen und Verzeichnisstrukturen.
1991 veröffentlichte Microsoft auf Basis von Windows 3.0 die Windows Multimedia Extension. Damit war der Grundstein gelegt für das, was heute Hauptanwendungsgebiet vieler PCs ist. Windows konnte Musikdateien und Audio-CDs abspielen, außerdem gab es in dieser Version den ersten Bildschirmschoner.
Die Multimedia Extension, übrigens das erste Windows, das außer auf Disketten auch auf CD-ROM ausgeliefert wurde, konnte sich nicht weit verbreiten, die Systemvoraussetzungen waren für damalige Zeiten einfach zu hoch: 10 MHz-Prozessor, 2 MB RAM, 30 MB Festplatte, Soundkarte und CD-ROM-Laufwerk.

Der Programm-Manager in Windows 3.0

Windows für Workgroups 3.11

Windows für Workgroups, das Ende 1992 veröffentlicht wurde, war die letzte Windows-Version, die als grafische Oberfläche von DOS aus gestartet wurde und gleichzeitig das erste Windows mit integrierten Netzwerkfunktionen. Erstmals war es nun möglich, ohne ein großes Server-Betriebssystem wie Novell Netware oder Unix Daten zwischen Computern über ein Netzwerk auszutauschen.

Netzwerkfunktionen in Windows für Workgroups

Mittlerweile entwickelte jeder große Software-Hersteller seine Applikationen für Windows. DOS-Programme wurden kaum noch genutzt.
Mit dem späteren Winsock-Update unterstützte Windows auch das TCP/IP-Protokoll. Der Weg ins Internet war somit offen.

Info
Es gab auch eine Version Windows 3.2, allerdings nur in China. Diese enthielt spezielle Eingabemethoden für chinesische Schriftzeichen und kam als erste Windows-Version ohne ein sprachlich passendes DOS aus. Alle Schriftausgaben wurden allein von Windows gesteuert, sodass darunter eine englische DOS-Version liegen konnte. Mit dieser hierzulande unbekannten Windows-Version konnte Microsoft im asiatischen Sprachraum Fuß fassen.

Windows NT 3.x
Windows NT war das erste »echte« Windows-Betriebssystem. Es lief voll im 32-Bit-Modus und benötigte kein DOS als Grundlage. Optisch sah Windows NT wie Windows 3.1 aus, sodass die nach jahrelanger Entwicklung erste veröffentlichte Version auch mit der Nummer NT 3.1 auf den Markt kam. Kurz danach erschienen mit NT 3.5 und NT 3.51 technische Weiterentwicklungen.

Netzwerkeinstellungen in Windows NT 3.51 Workstation

Windows NT war von Anfang an speziell für Netzwerke und Mehrbenutzerumgebungen ausgelegt und war in einer Workstation- und einer Server-Version erhältlich.
Mit Microsofts Einstieg in den Netzwerkmarkt wurden ab jetzt zwei Windows-Produktlinien parallel entwickelt, die erst in Windows XP wieder zusammengeführt wurden.
Trotz gleicher Optik unterschieden sich Windows für Workgroups und NT technisch erheblich, vor allem was das Treibermodell und die Hardware-Unterstützung anging. Das neue Treibermodell sollte bereits zu Windows 98-Zeiten von den Consumer-Versionen übernommen werden. Dies hat aber weder bei Windows 98 noch bei Windows ME zufrieden stellend funktioniert. Erst in Windows XP wurden gemeinsame Treiber in Consumer- und Professional-Version zur Realität.
Neu ist auch das NTFS-Dateisystem (New Technology File System), das erstmals bei einem Microsoft-Betriebssystem die Vergabe benutzerspezifischer Dateirechte ermöglicht. OS/2, Unix, Novell hatten diese Option zum damaligen Zeitpunkt aber schon lange.
Zusätzlich zur Version für die auch damals schon weit verbreitete PC-Plattform mit Intel-Prozessor, wurden auch NT-Versionen für Dec Alpha, PowerPC und MIPS entwickelt, die aber relativ bald wieder eingestellt wurden.

Info
Microsoft bot Ende 1994 für Windows NT-Nutzer eine Testversion der neuen Benutzeroberfläche an, die mit Windows 95 eingeführt wurde. Diese konnte über ein bestehendes Windows NT 3.51 installiert werden und gab dem Betriebssystem das Aussehen von Windows 95.

Windows 95
Windows 95 war technologisch der größte Sprung in der Windows-Geschichte. Die neue Benutzeroberfläche mit Startmenü und Taskleiste wurde eingeführt, die typischen Programmgruppenfenster früherer Windows-Versionen fielen weg. Erstmals bekam die rechte Maustaste eine sinnvolle Funktion. An fast jeder Stelle in Windows gab es nun ein Kontextmenü. Der alte Dateimanager wurde durch den Windows Explorer ersetzt, der deutlich mehr Funktionalität bietet und in vereinfachter Form jetzt auch in allen Öffnen- oder Speichern-Dialogen auftauchte. Außerdem wurden die Windows-Tasten auf der Tastatur eingeführt. Heutige Selbstverständlichkeiten wie Papierkorb und Netzwerkumgebung tauchten in dieser Version erstmals auf dem Desktop auf.
Neben optischen Veränderungen gab es auch viele technische. Windows 95 basierte voll auf der 32-Bit-Technik, ältere 16-Bit-Programme konnten aber noch verwendet werden. Die alten INI-Dateien wurden durch eine Datenbank, die Registry ersetzt, die alle Systemeinstellungen wie auch Einstellungen installierter Programme enthält; eine sehr interessante aber auch überaus schlecht dokumentierte Komponente in Windows.

Der Desktop von Windows 95

Erstmals wurde eine vollständige Plug & Play-Unterstützung mit einem Hardware-Manager integriert, der neue Geräte automatisch erkennen und passende Treiber installieren konnte.
Das neue Dateisystem ermöglichte jetzt auch unter Windows Dateinamen, die länger als acht Buchstaben waren, in allen anderen Betriebssystemen längst eine Selbstverständlichkeit.
An vielen Stellen nahm Windows 95 noch Rücksicht auf Kompatibilität mit älteren Systemen. So wurden zusätzlich noch DOS-kompatible Dateinamen angelegt, und auch der alte Programm-Manager war noch vorhanden und konnte mit der Datei winfile.exe wie ein Programm gestartet werden, optional sogar als Standardoberfläche.
Windows 95 war die letzte Windows-Version, die man noch auf Disketten bekommen konnte.
Zu Windows 95 gab es noch zwei »heimliche« Updates, die nie wirklich als Updates angeboten oder verkauft wurden, sich aber technisch deutlich unterschieden:
• Windows 95B (OSR 2.0) – FAT32-Dateisystem für größere Festplatten über 2 GB und Internet Explorer 3.0. Einige Kleinigkeiten an der Oberfläche wurden verbessert und DirectX als Grafikstandard eingeführt.
• Windows 95C (OSR 2.5) – USB- und AGP-Unterstützung. Der Internet Explorer 4.0 war im System integriert und konnte optional die Benutzeroberfläche verändern. Mit diesem Update kam auch erstmals Outlook Express als E-Mail-Programm ins Betriebssystem.
Seit Windows 95C bezeichnet Microsoft, um einen Vorteil im Browser-Krieg gegen Netscape zu erringen, den Internet Explorer als Systemkomponente. Bei einer Vollinstallation greift dieser stark in die Benutzeroberfläche ein und liefert zum Beispiel die Schnellstartleiste in der Taskleiste und den Infobereich in Explorer-Fenstern.

Windows NT 4.0
Windows NT 4.0 setzte die NT-Produktlinie mit einer Benutzeroberfläche fort, die der von Windows 95 weitgehend glich. Neben der optischen Veränderung wurden vor allem die Netzwerk- und Internet-funktionen erweitert.
Durch die Integration des Internet Explorer 4.0 und später Internet Explorer 5 konnte man auch die Oberfläche von Windows NT 4.0 so erweitern, dass sie wie Windows 95C oder Windows 98 aussah und funktionierte.

Windows NT 4.0 mit der neuen Benutzeroberfläche

Im Gegensatz zu Windows 95 gab es in Windows NT 4.0 keinen Gerätemanager und auch die Plug & Play-Funktionalität musste erst in einem späteren Service Pack nachinstalliert werden.
Diese Service Packs, bei Windows NT 4.0 sechs Stück im Laufe der Versionsgeschichte, behoben Fehler und erweiterten Funktionen. Derartige Update-Pakete werden später auch in Windows 2000 und Windows XP verwendet. Die Hardware-Unterstützung bei Windows NT wurde leider nicht zeitgemäß erweitert. So konnte Windows NT 4.0 bis zum Schluss mit USB- und Infrarotanschlüssen nicht umgehen.

Die Microsoft-Downloadseite für Service Packs Anfang des Jahres 1999

Neu in Windows NT 4.0 waren die RAS-Dienste zum Zugriff auf entfernte Computer per Modem. Eine systemweite ISDN-Unterstützung fehlte leider, DSL gab es damals noch nicht. Diese RAS-Dienste ermöglichten auch einen Internet-Zugang mit relativ wenig Konfigurationsaufwand.

Windows 98
Windows 98 war eine Erweiterung der Windows 95-Produktlinie und unterschied sich nur geringfügig von der letzten Version Windows 95C mit Internet Explorer Integration.
Wirklich neu war die standardmäßige Unterstützung von Mehrschirmlösungen ohne spezielle Treiber sowie ein paar Assistenten für Systemaufgaben.
Erstmals wurden vom System Twain-kompatible Scanner unterstützt. Dazu wurde ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm namens Imaging mitgeliefert.
Windows 98 integrierte sehr stark das Internet ins System. Standardmäßig wurden am Anfang Active Desktop Channels installiert, die Informationen ohne weitere Nachfrage aus dem Internet direkt auf den Desktop brachten. Diese Technik existierte zwar auch noch bis Windows XP, wird aber bereits seit den ersten Windows 98-Updates nicht mehr automatisch eingeschaltet, da Benutzer sich belästigt fühlten und hohe Internet-Kosten für eigentlich nicht benötigte Daten zahlen mussten. In Windows Vista sind die Konfigurationsoptionen für den Active Desktop endgültig vom Desktop verschwunden.
Dieser Active Desktop war auch der Anfang der heutigen Spam- und Malware-Problematik.

Der Active Desktop in Windows 98

Im Jahr 1999 erschien eine Second Edition von Windows 98, auch als Windows 98 SE oder ‚zweite Ausgabe‘ bezeichnet. Diese Version enthielt vor allem neue Gerätetreiber, den Internet Explorer 5.0 und ein paar kleine Verbesserungen. Eine echte Neuerung war die Internet-Verbindungsfreigabe zum gemeinsamen Zugriff auf das Internet über einen Computer im Netzwerk. Der Active Desktop wurde jetzt schon nicht mehr standardmäßig aktiviert.

Windows 98 war im Vergleich zu anderen Windows-Versionen sehr lange auf dem Markt. Die Extended Support Phase wurde wegen der immer noch zahlreichen Anwender bis Ende Juni 2006 verlängert.

Windows 2000
Windows 2000 ist ein Update der Windows NT-Plattform, hat also, obwohl auch hier eine Jahreszahl als Versionsnummer verwendet wird, nichts mit Windows 95/98 zu tun. Intern heißt Windows 2000 deshalb auch NT 5.0.
Wie Windows NT erschien auch Windows 2000 in einer Workstation- und einer Server-Version. Die Workstation-Version trug den Namen Windows 2000 Professional, was auf eine Home- oder Standard-Version hindeutet, die allerdings nie erschienen ist.
Gegenüber Windows NT 4.0 gibt es zwei wesentliche Verbesserungen: erweiterte Netzwerkfunktionen und bessere Hardware-Kompatibilität. Jetzt werden auch im Profi-Windows komfortable USB-Geräte unterstützt. Ein Gerätemanager ermöglicht die einfache Installation und auch Plug & Play-Erkennung fast aller gängigen Hardware-Komponenten. Für den Gerätemanager und andere Verwaltungsmodule wurde die neue Benutzeroberflächenkomponente Microsoft Management Konsole eingerichtet. Die neue Computerverwaltung ermöglicht eine bessere Übersicht über Laufwerke und Partitionen. Ein echter Partitionierer ist aber immer noch nicht enthalten. Ein Update des NTFS-Dateisystems ermöglicht jetzt Datenverschlüsselung, Echtzeitkompression und Festplattenkontingente. Die neuen dynamischen Datenträger bieten festplattenübergreifende Laufwerke und Unterstützung für RAID-Systeme. Wegen Kompatibilitäts- und Stabilitätsproblemen haben sie sich nicht durchgesetzt, werden aber von Windows Vista heute noch unterstützt.

Die neue Datenträgerverwaltung in Windows 2000

Viele der Neuerungen betreffen im Wesentlichen die Server-Version. Der neue Verzeichnisdienst Active Directory bietet eine zentrale Ressourcenverwaltung für Benutzer und Gruppen. Ein Windows 2000 Server kann IP-Adressen jetzt über DHCP dynamisch verwalten.

Windows ME
Da die Versionsnummer 2000 bereits vergeben war, hieß das nächste Update der Consumer-Linie Windows Millenium oder abgekürzt Windows ME. Diese Version wird heute gerne als Pausenfüller bezeichnet, um die Wartezeit auf das nächste große Update (Windows XP) zu verkürzen.
Die Änderungen gegenüber Windows 98 SE sind minimal, neben ein paar kosmetischen Verschönerungen wurden bereits ein paar der für Windows XP vorgesehenen Funktionen integriert:
• Ein Systemdateischutz ermöglicht die leichte Wiederherstellung beschädigter oder überschriebener Systemdateien.
• ZIP-Archive werden standardmäßig ohne externes Komprimierungsprogramm wie Verzeichnisse unterstützt.
• Ein neuer Assistent vereinfacht die Konfiguration kleiner Heimnetzwerke.
• Der DOS-Modus ist sehr gut versteckt. Obwohl weiterhin vorhanden, lässt er sich nur noch in einem Fenster starten.

Das Startmenü in der Windows Millennium Edition

Die so genannten Middleware-Programme Internet Explorer, Media Player und Messenger sind in aktuellen Versionen integriert. Zusätzlich werden ein paar neue Spiele und der Movie Maker mitgeliefert.
Windows ME, das Ende 1999 erschien und bereits 2001 von Windows XP abgelöst wurde, war von allen Windows-Versionen die kürzeste Zeit auf dem Markt. Es gab auch keine nennenswerten Updates und Service Packs, obwohl mit dieser Version die Windows Update-Technologie erstmals gut sichtbar im System integriert war.

Windows XP
Windows XP wurde im Herbst 2001 mit groß angelegten Show-Events auf der ganzen Welt vorgestellt. Windows XP bringt die beiden früher unabhängig voneinander entwickelten Produktlinien 95/98/ME und NT/2000 wieder zusammen zu einem Betriebssystem für alle.
Die auffälligsten Änderungen gegenüber früheren Windows-Versionen sind die neue, überaus bunte Benutzeroberfläche, die auch einiges an zusätzlichen Funktionen bietet, sowie der Aktivierungszwang, der in den Medien bereits viel Kritik auslöste, aber auch schnell viele Nachahmer fand.

Der Bildschirm von Windows XP mit mitgelieferten Anwendungen

Seit dem ersten Windows XP sind mittlerweile drei große Service Packs erschienen und zahlreiche Patches sowie kleinere Updates, die gefährliche Sicherheitslücken beseitigen und auch zusätzliche Funktionalität liefern.

Das Service Pack 2 brachte auch einige neue Funktionen mit, wie zum Beispiel die Unterstützung für WLAN und Bluetooth sowie das neue Sicherheitscenter mit integrierter Firewall.
Windows XP ist in fünf Versionen lieferbar:
• Windows XP Home Edition – Version, die auf den meisten neuen PCs vorinstalliert ist, bietet alle Funktionen für Einzelplatzrechner und kleine Netzwerke.
• Windows XP Professional Edition – Mit zusätzlichen Funktionen für Mehrbenutzersysteme und in großen Netzwerken.
• Windows XP Media Center Edition – Basiert auf der Professional Edition und verfügt zusätzlich über ein Multimedia-Programm, das per Fernbedienung auf einem Fernseher laufen kann.
• Windows XP Professional x64 Edition – Spezialversion der Professional Edition mit Unterstützung für 64-Bit-Prozessoren.
• Windows XP Tablet PC Edition – Windows XP Version für mobile Tablet PCs mit drucksensitivem Bildschirm und Handschriftenerkennung.
In der Media Center Edition ist das Service Pack 2 bereits standardmäßig integriert. Außerdem wurde die Optik modernisiert. Taskleiste und Fenstertitel haben bereits Ähnlichkeit mit dem neuen Windows Vista.
Das Media Center, ein eigenständiges Programm, das Medien auf einem Fernseher per Fernbedienung nutzbar macht, entspricht bereits weitgehend dem Media Center in Windows Vista.

Windows Vista
Windows Vista ist die seit langem erwartete neueste Windows-Version. Selbst die damals innovative Oberfläche von Windows XP gilt seit nunmehr über fünf Jahren als ‚angestaubt‘. Windows Vista bringt mit der ‚Aero‘-Oberfläche eine komplett neue Optik auf den Desktop.

Flip-3D Umschaltung zwischen Programmfenstern - eine der interessantesten Neuheiten in der Aero-Oberfläche

Dabei sieht Windows Vista nicht nur moderner aus, sondern liefert auch neue Funktionen in der Benutzeroberfläche, mit denen Daten leichter gefunden und organisiert werden können. Die Übersichtlichkeit soll für den Einsteiger verbessert werden, wenngleich sich langjährige Windows-Benutzer auf den ersten Blick erst neu orientieren müssen.

Weiterhin wurden die mitgelieferten Anwendungen aktualisiert und neue Sicherheitsfunktionen, wie der Windows Defender oder die Jugendschutzoptionen eingebaut.
Windows Vista wurde unter dem Codenamen Longhorn im Sommer 2001 noch vor Windows XP angekündigt. Ursprünglich war das heutige Windows Vista als Zwischenversion zwischen Windows XP und dem kommenden Nachfolger Windows Vienna geplant und sollte auch schon im Jahr 2003 erscheinen. Zwischen Windows XP und Longhorn war sogar eine weitere Windows-Version geplant, aus der dann aber schließlich das Service Pack 2 für Windows XP und die Media Center Edition wurden. Der Name Longhorn wird derzeit noch als Codename für die für Sommer 2007 geplante neue Version des Windows Servers verwendet.
Die Entwicklung von Windows Vista verzögerte sich immer weiter, sodass man beschloss, einige zunächst geplante Funktionen in Windows Vienna, das mittlerweile Windows 7 heißt, zu verschieben, damit Windows Vista in einem vertretbaren Zeitraum nach Windows XP erscheinen konnte.

Windows 7

Windows 7, das intern noch die Versionsnummer 6.1 trägt, ist das, was Windows Vista eigentlich sein sollte, ein schnelles modernes Betriebssystem mit Unterstützung aktueller Hardware- und Softwaretechnologien.

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