30 Jahre PC

Am 12.August 1981 veröffentlichte IBM seinen Personal Computer 5150, und prägte damit den Begriff PC. Im Gegensatz zu den damals in Büros üblichen Großrechnern passte diese klobige Metallkiste im damals schon antiquierten Design bequem auf einen großen, stabil gebauten Schreibtisch – vorausgesetzt, man war bereit, in Deutschland etwa 5.000 Mark dafür auszugeben, ohne Festplatte.

Der klassische IBM PC

Der klassische IBM PC (Foto: IBM)

IBM erlaubte anderen Herstellern, die modulare Technologie mit Steckkarten lizenzfrei nachzubauen, was der PC-Plattform zum Durchbruch verhalf. Die technischen Grundlagen heutiger PCs basieren immer noch auf diesem Urahn. Als Betriebssystem wurde MS-DOS von Microsoft lizensiert, die es kurz zuvor selbst erst eingekauft hatten.

Microsoft-Gründer Bill Gates schätzte, dass IBM im Laufe der nächsten Jahre etwa 200.000 von seinen Personal Computern verkaufen werde. Drei Jahre später ging bereits der einmillionste PC über den Ladentisch und der Siegeszug war sicher.

IBM-Werbefoto aus dem Jahr 1981

Wie sehr sich die PC-Technik bewährte, zeigte der Versuch, einen Nachfolger zu schaffen. Die IBM-PS/2-Serie war im Jahr 1987 ein Ansatz, die PC-Technik zu revolutionieren. Man setzte mit der Microchannel-Architektur auf maximale Inkompatibilität zu allem bisher Dagewesenen. Dieser – aus heutiger Sicht – absolute Fehlgriff führte zum Ende von IBMs Alleinherrschaft auf dem PC-Markt. Viele andere, vor allem fernöstliche Anbieter, entwickelten die klassische PC-Technik weiter. IBM, einstiger PC-Erfinder, schrieb ein paar Jahre danach rote Zahlen und konnte später auch durch OS/2, den Versuch, Microsoft auf dem Betriebssystemmarkt das Wasser abzugraben, seine damalige Position nicht wieder aufbauen. Erst in den letzten Jahren sind IBM-PCs wieder bekannt geworden, vor allem durch hochwertige Technik und ausgereiftes Design.

Das Einzige, was von PS/2 übrig geblieben ist, sind die runden mehrpoligen Stecker für Tastatur und Maus, die erst in den letzten Jahren von USB verdrängt werden. Nach der in neueren PCs verwendeten ATX-Farbcodierung sind PS/2-Mausanschlüsse immer grün, wogegen die sehr ähnlich aussehenden Tastaturanschlüsse violett sind. Früher waren die Stecker nur mit Symbolen gekennzeichnet.

Auch der klassiche PC hat nach 30 Jahren die besten Zeiten hinter sich. Das Internet, von dem übrigens damals noch in keinem Wort die Rede war, spielt sich heute auf Notebooks, Tablets, Smartphones und in der Cloud ab. Mark Dean, einer der damaligen PC-Entwickler, spricht heute zum 30. Geburtstag bereits von der Post-PC Ära.

» Originalfotos bei IBM

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