Das Ende des MSN-Messengers naht

Microsoft kündigt an, den Windows Live Messenger, früher als MSN-Messenger oder Windows-Messenger bezeichnet, im Laufe des ersten Quartals 2013 einzustellen und komplett durch Skype zu ersetzen. Ab sofort ist es möglich, sich mit seinen Windows Live Messenger Anmeldedaten bei Skype anzumelden und die Kontakte automatisch zu übernehmen.

Der Windows Live Messenger im Jahr 2007

Microsoft hatte im Mai 2011 die VoIP-Software Skype gekauft. Damit war das Ende des Windows Live Messengers bereits abzusehen. Skype bietet neben den Messenger-Funktionen auch Telefonie und Videotelefonie. Nutzer können untereinander kostenlos telefonieren, ins öffentliche Telefonnetz werden Gebühren fällig, die aber deutlich unter den üblichen Telefonkosten im Festnetz liegen.

Die Software war nie von großen Erfolgen gekrönt. Microsoft hatte den Windows Live Messenger, damals noch als MSN-Messenger bezeichnet, als Antwort auf den riesigen Erfolg von ICQ Ende der neunziger Jahre entwickelt. Schon in den Anfangszeiten stand der MSN-Messenger im Schatten der damaligen Marktführe ICQ und Yahoo!-Messenger. Mit dem Start Windows ME wurde der Messenger in Windows Messenger umbenannt und standardmäßig mit dem Betriebssystem ausgeliefert. Dies wurde in Windows XP beibehalten. Bei einer normalen Installation wurde der Messenger automatisch beim Windows-Start gestartet. Diese Politik brachte damals eine Zunahme der Nutzerzahlen. In Windows Vista und Windows 7 ist der Messenger nicht mehr Bestandteil des Betriebssystems, sondern wird unter dem Namen Windows Live Messenger mit den Windows Live Essentials, einer kostenlosen Softwaresammlung, zum Download angeboten.

Anmeldung im Windows Messenger über .net-Passport

Microsofts Plan, unter der Marke Windows Live ein eigenes soziales Netzwerk zu etablieren, ging nicht auf. Die Nutzerzahlen erreichten nie die Erwartungen. Im Sommer 2006 ermöglichte Microsoft über den Windows Live Messenger auch mit Yahoo!-Kontakten zu chatten, später wurde auch facebook-Chat integriert. In den aktuellen Versionen ist auch Sprach- und Videotelefonie möglich, alles Funktionen, die Skype aber auch und wesentlich besser anbietet. Andere Windows Live Komponenten erlitten ähnliche Schicksale. Die Windows Live Spaces, persönliche Blogs der Nutzer wurden eingestellt. Man ermöglichte den Nutzern, komfortabel auf WordPress-Blogs zu wechseln. Die Windows Live Fotoalben wurden automatisch auf SkyDrive umgestellt, die Windows Live IDs, in den Anfangszeiten noch .net-Passport bezeichnet, heißen jetzt Microsoft-Konten und Windows Live Mail (früher Hotmail) wurde zu outlook.com.

Chat in Windows 8

Windows 8 beinhaltet einen Messenger, der Chats über Windows Live wie auch facebook ermöglicht. Der Name Windows Live ist seit Windows 8 mittlerweile ganz verschwunden, das zusätzliche Softwarepaket nennt sich jetzt nur noch Windows Essentials. Die Webseite für den Messenger existiert noch, aber jetzt auch ohne den Namen Live.

» Die Ankündigung im Skype-Blog

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